2026 09 03 HerbstexkursionDrei Tage voller spannender Einblicke in aktuelle Infrastrukturprojekte, beeindruckender Ingenieurbauwerke und intensiver fachlicher Gespräche: Zur Herbstexkursion 2026 der Bezirksgruppe Nord begrüßte die VSVI Berlin-Brandenburg 33 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die vom 3. bis 5. September 2026 gemeinsam die Region Bitterfeld–Halle–Leipzig erkundeten. Im Mittelpunkt standen bedeutende Straßen- und Brückenbauprojekte, moderne Logistik sowie der fachliche Austausch mit den Verantwortlichen vor Ort. Abgerundet wurde das abwechslungsreiche Programm durch den Besuch des DHL-Logistikzentrums, eine gemeinsame Abendveranstaltung und den Besuch des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig.

Schon die Auswahl der Exkursionsziele machte deutlich, welche enorme Bedeutung leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur für Wirtschaft, Mobilität und regionale Entwicklung besitzt. Gleichzeitig bot die Reise den Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, aktuelle Bauprojekte unmittelbar auf den Baustellen kennenzulernen und mit den Projektverantwortlichen ins Gespräch zu kommen.

B 6n Ortsumgehung Köthen – Ein Meilenstein für die regionale Verkehrsinfrastruktur
Nach der gemeinsamen Anreise aus Oranienburg, Strausberg und Michendorf führte die erste Station zur Baustelle der B 6n Ortsumgehung Köthen. Dort wurde die VSVI-Delegation von Herrn Metzner von der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt und seinem Team begrüßt. Während der Baustellenführung erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen umfassenden Überblick über die verkehrliche Bedeutung der Ortsumgehung – es ist der letzte fehlende Abschnitt der B 6n, der die BAB 14 am Kreuz Bernburg mit der BAB 9 an der AS Thurland verbindet, den aktuellen Baufortschritt sowie die technischen und organisatorischen Herausforderungen. Diese wurden bestimmt durch das Auffinden einer großen Knoblauchkröten-Population nach Vorliegen des Planfeststellungsbeschlusses. Nachträglich wurde die Gradiente der Straße angehoben, um Amphibiendurchlässe zu integrieren. Um zusätzlichen Grunderwerb zu vermeiden wurden steile Böschungen angeordnet, die mit Geogittern gesichert sind.

Böschungskonstruktion mit Geogitter und Amphibienleiteinrichtung  2026 09 03 B6n Bild1

Neubau der Muldebrücke im Zuge der B 100 bei Pouch – Moderne Ingenieurbaukunst hautnah
Nach einem Mittagsimbiss an der Goitzsche stand am Nachmittag der Neubau der Muldebrücke im Zuge der B 100 bei Pouch auf dem Programm. Begrüßt wurde die Gruppe von Herrn Kuntze, Herrn Hampel und Frau Bäumel (Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt), die zunächst in die Gesamtmaßnahme einführten. Das vorhandene Fertigteilbauwerk hat erhebliche Schäden, die einen Neubau erforderlich machen. Der Ersatzneubau wird neben dem vorhandenen Bauwerk errichtet. Es ist eine monolithisch verbundene Stahlverbundkonstruktion über neun Felder. Bei einem Rundgang über das bestehende Bauwerk bot sich ein guter Überblick über die gesamte Baustelle. Besonders eindrucksvoll waren die Besichtigung des Taktkellers und der bereits errichteten Pfeiler sowie die Erläuterungen zur Bauweise und zu den logistischen Abläufen eines modernen Brückenbaus. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Baustellenbesichtigungen stets von den laufenden Arbeiten und den hohen Anforderungen an Sicherheit und Bauorganisation geprägt sind.

Erklärung des Projektes durch Herrn Kuntze 2026 09 03 B100 Bild2Schon jetzt ist am Baufortschritt die geschwungene Brücke zu erahnen 
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Nach der Weiterfahrt nach Leipzig bezogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Zimmer im StayCity Aparthotel im Herzen der Stadt am Augustusplatz. Doch noch war der Tag nicht zu Ende.

Logistik der Superlative – Besuch des DHL-Drehkreuzes Leipzig/Halle
Ein besonderer Höhepunkt der Exkursion erwartete die Gruppe am späten Abend. In zwei Gruppen erhielten 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer exklusive Einblicke in den DHL-Hub Leipzig/Halle, das wichtigste Luftfrachtdrehkreuz Europas. Beeindruckend war vor allem das perfekt abgestimmte Zusammenspiel von modernster Sortiertechnik, Luftverkehr und Logistikprozessen. Die nächtliche Betriebsamkeit vermittelte, welche Infrastruktur notwendig ist, damit tausende Sendungen pro Tag innerhalb kürzester Zeit ihren Weg in alle Welt finden. Für Viele zählte diese außergewöhnliche Besichtigung zu den unerwarteten Höhepunkten der gesamten Exkursion. Leider war das Fotografieren nicht erlaubt.

A 143 Saalequerung Salzmünde – Infrastruktur in beeindruckenden Dimensionen
Der zweite Exkursionstag begann mit der Besichtigung der Saalequerung im Zuge der A 143 Westumfahrung Halle. Mit dem Projekt wurde im letzten Jahrtausend begonnen. Die festgestellten Planungsunterlagen müsste mehrfach geändert werden. 2019 konnte mit dem Bau begonnen werden. Nach einer Sicherheitseinweisung durch Herrn Opperskalski (SSF Ingenieure AG) und Frau Liebezeit führte der erste Weg auf das sogenannte „Blaue Wunder“, eine Fuß- und Radwegüberführung über die Baugrube des Lärmschutztunnels, die ganz zu Beginn der Bauarbeiten 2006 errichtet wurde, um dem Fußgänger- und Radverkehr zwischen zwei Ortsteilen kurze Wege zu ermöglichen.

Herr Opperskalski erklärt auf dem "Blauen Wunder" den Baufortschritt 2026 09 04 A143 Bild4
Von dort bot sich ein eindrucksvoller Blick auf die gesamte Baustelle. Anschließend ging es über Treppentürme direkt in die Baugrube und zur entstehenden Saalequerung. Die Projektverantwortlichen erläuterten anschaulich die technischen Herausforderungen, die Bauverfahren sowie die Koordination der Arbeiten auf einer der größten Straßenbaustellen Sachsen-Anhalts. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ergaben sich dabei zahlreiche Gelegenheiten, Fragen zu Bauabläufen, Sicherheitskonzepten und zur Projektsteuerung zu stellen.

Baustellenimpression an der Saalebrücke  2026 09 04 A143 Bild5

B 87 n Ortsumgehung Bad Kösen – Ein Brückenbauwerk mit Signalwirkung
Nach dem gemeinsamen Mittagssnack führte die Exkursion weiter zur Saalebrücke im Zuge der B 87n Ortsumgehung Bad Kösen. Im Büro der Bauoberleitung begrüßte Herr Lotze von der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt die Gruppe und stellte zunächst die Gesamtmaßnahme mit einer sehr informativen PPT-Präsentation vor. Während der anschließenden Baustellenführung wurden die ingenieurtechnischen Besonderheiten des Bauwerks ebenso erläutert wie die Herausforderungen, die sich aus Topografie, Umweltschutz und Verkehrsführung ergeben. Die eindrucksvollen Dimensionen der Brücke mit den vorgelagerten Fledermausüberflughilfen und die komplexen Bauabläufe verdeutlichten einmal mehr die hohe Leistungsfähigkeit des modernen Ingenieurbaus und der Straßenbauverwaltung Sachsen-Anhalts.

Das Bauwerk mit den vorgelagerten Fledermausüberflughilfen soll im Dezember 2026 eröffnet werden
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Gemeinsamer Abend in Leipzig
Den zweiten Exkursionstag ließ die Bezirksgruppe traditionell bei einem gemeinsamen Abendessen im historischen Auerbachs Keller ausklingen. In angenehmer Atmosphäre bot sich reichlich Gelegenheit, die zahlreichen Eindrücke der vergangenen beiden Tage Revue passieren zu lassen, Erfahrungen auszutauschen und bestehende Kontakte zu vertiefen oder neue Netzwerke zu knüpfen.

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Völkerschlachtdenkmal bildet den gelungenen Abschluss
Am letzten Exkursionstag stand mit dem Völkerschlachtdenkmal eines der bekanntesten Wahrzeichen Leipzigs auf dem Programm. Während einer fachkundigen Führung erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Wissenswertes über die Einordnung des imposanten Bauwerkes in die deutsche Geschichte sowie die architektonischen Besonderheiten. Der anschließende Aufstieg zur Besucherplattform wurde mit einem atemberaubenden Panoramablick über Leipzig und das Umland belohnt und bildete einen stimmungsvollen Abschluss der dreitägigen Reise.

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Fazit
Mit 33 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bot die Herbstexkursion 2026 erneut eine hervorragende Mischung aus fachlicher Weiterbildung, praxisnahen Baustellenbesicht-igungen und kollegialem Austausch. Die abwechslungsreiche Auswahl der Projekte zeigte eindrucksvoll die Bandbreite moderner Infrastrukturmaßnahmen – vom Straßen- und Brückenbau bis hin zu internationaler Logistik.

Gerade die Möglichkeit, bedeutende Bauvorhaben unmittelbar vor Ort kennenzulernen und mit den verantwortlichen Fachleuten ins Gespräch zu kommen, machte den besonderen Wert dieser Exkursion aus. Die Bezirksgruppe Nord setzte damit ihre langjährige Tradition fort, aktuelle Infrastrukturprojekte nicht nur theoretisch zu betrachten, sondern sie gemeinsam mit den verantwortlichen Ingenieurinnen und Ingenieuren unmittelbar zu erleben.

Ein besonderer Dank geht an die Gastgeber der einzelnen Projektstandorte, sowohl an die Ingenieurinnen und Ingenieure der Baubüros als auch der Straßenbau-verwaltung Sachen-Anhalts.

Ebenso gilt den Organisatoren der Bezirksgruppe Nord ein herzliches Dankeschön für die hervorragende Vorbereitung und Durchführung dieser Exkursion: Hans-Jürgen Otte, Bärbel Heuer und Manuela Elssner. Nicht zu vergessen Elfie Wutke, die von Potsdam aus alle Fäden in der Hand hielt!

 

 

 

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