Mit großen Projekten verbindet man oft fertige Ergebnisse. Doch wieviel Planung, Ingenieurkunst und Engagement tatsächlich dahinterstecken, wird erst sichtbar, wenn man einen Blick hinter die Kulissen werfen darf. Genau diese Gelegenheit nutzten 28 Fachkolleginnen und Fachkollegen am 14. Oktober bei einer Fachexkursion nach Wittenberge.
Die rund zweistündige Veranstaltung wurde von der Regionalen Beratungssteller der Brandenburgischen Ingenieurkammer, vertreten durch Frau Bärbel Heuer, gemeinsam mit der VSVI Berlin-Brandenburg e.V. organisiert. Ziel war es, den aktuellen Stand der Vorbereitungen für die Landesgartenschau 2027 aus erster Hand kennenzulernen und die Entwicklungen auf dem zukünftigen Ausstellungsgelände zu erleben.
Nach einer Einführung begann die Besichtigung direkt vor Ort. Schnell wurde deutlich, dass die Landesgartenschau weit mehr ist als ein gärtnerisches Großereignis. Sie ist zugleich ein bedeutender Motor für Stadtentwicklung, Infrastruktur und die nachhaltige Aufwertung öffentlicher Räume.
Besonders anschaulich vermittelten Martin Hahn, Bauamtsleiter der Stadt Wittenberge und Geschäftsführer der Landesgartenschau, sowie Maria-Josephine Bock, Koordinatorin Bau und temporäre Infrastruktur, die vielfältigen Herausforderungen und Chancen des Projekts. Mit großer Fachkenntnis führten sie die Gruppe über das Gelände und erläuterten die einzelnen Bauabschnitte, Planungsziele und zukünftigen Nutzungskonzepte.
Ein Höhepunkt der Exkursion waren die Besichtigung der momentan in der Sanierung befindlichen Trinkhalle und des historischen Wasserturms. Dieses beeindruckende Bauwerk zählt zu den markantesten Wahrzeichen Wittenberges und wird im Rahmen der Landesgartenschau eine besondere Rolle einnehmen. Dazu berichtete die Architektin Frau Schulze-Mack vom Ingenieurbüro IBS Prignitz aus Bad Wilsnack über die anspruchsvolle Sanierung und die zukünftige Nutzung des Bauwerks.
Der Wasserturm verbindet auf eindrucksvolle Weise Industriegeschichte und Zukunftsvision. Während der Landesgartenschau entstehen im Erdgeschoss attraktive Ausstellungsräume zur Geschichte des Bauwerks und seiner Bedeutung für die Region. Darüber hinaus wird Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit eröffnet, das Innere des Turms und seine außergewöhnliche Konstruktion hautnah zu erleben inclusive Aussicht über die Stadt. Die Kombination aus historischem Bestand, denkmalgerechter Sanierung und neuer Nutzung hinterließ bei den Teilnehmenden einen bleibenden Eindruck.
Ebenso beeindruckend zeigte sich das neu gestaltete Bahnhofsumfeld. Der modernisierte Bahnhof präsentiert sich bereits heute als architektonisch und funktional gelungenes Eingangstor zur Stadt. Für viele Teilnehmende war er ein sichtbares Beispiel dafür, wie Investitionen in Infrastruktur die Attraktivität einer gesamten Region nachhaltig stärken können.
Während der Führung wurde deutlich, mit welchem Engagement und welcher Professionalität die Vorbereitungen für die Landesgartenschau vorangetrieben werden. Die offene Darstellung der Planungen, die Einblicke in laufende Bauprozesse und der intensive fachliche Austausch machten die Exkursion besonders wertvoll.
Das Fazit fiel entsprechend einstimmig aus: Die Veranstaltung war informativ, praxisnah und inspirierend. Viele Teilnehmende zeigten sich beeindruckt von der Dynamik der Entwicklung und der hohen Qualität der vorgestellten Projekte. Nicht wenige äußerten bereits die Vorfreude darauf, die Fortschritte im kommenden Jahr erneut zu besichtigen und die weitere Entwicklung des Geländes zu verfolgen.
Die VSVI Berlin-Brandenburg e.V. bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten für die fachkundige Begleitung, die offenen Einblicke und die hervorragende Organisation. Unser besonderer Dank gilt den Referentinnen und Referenten vor Ort, die eindrucksvoll gezeigt haben, wie aus Ideen, Planungen und Ingenieurleistungen Schritt für Schritt ein Großprojekt mit Strahlkraft für die gesamte Region entsteht.
Wittenberge hat eindrucksvoll bewiesen: Die Vorfreude auf die Landesgartenschau 2027 ist mehr als berechtigt.
